Freiraumaktion Schwaz: Affengitter offiziell gepimpt

Im größten Innenhof in der Schwazer Freiheitssiedlung herrscht geschäftiges Leben, das den sonst so ruhigen Wochenendtrott durchbricht. Neben dem sogenannten „Affengitter“, einem überdachten Gitterverschlag in der Mitte des Hofs, sind ein Zelt und Bierbänke aufgestellt worden und etwa dreißig Jugendliche sind damit beschäftigt, dieses Bauwerk mit Farbdosen oder durch Begrünung zu verschönern. Ein Informationstisch gibt den Anrainer_innen Aufschluss darüber, was gerade geschieht:
Auf kreative Art und Weise wird versucht, der Verdrängung der Jugendlichen von diesem Treffpunkt entgegenzuwirken und die Konflikte zwischen ihnen und den Anrainer_innen zu mindern – denn der Abriss des „Affengitters“ hängt nach wie vor drohend über der gesamten Aktion. Der Besuch von Wohnungsreferent Philipp Binder und Jugend- und Familienreferentin Mag(a) Julia Thurnbichler war von Interesse und Verständnis geprägt, aber es wurde seitens des Wohnungsreferenten betont, dass die Gestaltung keine Zusage bedeute, dass das Bauwerk bleiben könne. ...
Ziel der Aktion „Jugendfreiraum“ ist also der Erhalt des „Affengitters“ durch die Lösung bzw. Entschärfung der Konflikte zwischen Jugendlichen und Anrainer_innen. Bei den Anrainer_innen soll einerseits Verständnis für die Anwesenheit der Jugendlichen geschaffen werden, und diese Anwesenheit soll durch die bunte Bemalung des Treffpunktes auch deutlich sichtbar gemacht werden, und andererseits sollen sich die Jugendlichen bewusst werden, dass dies „ihr“ Platz ist, auf den sie Acht geben müssen. Das Vorhandensein des Gitters ist nicht selbstverständlich, sondern es muss erkämpft bzw. verteidigt werden. Die Jugendlichen wollen bleiben, aber um dies zu erreichen, müssen sie sich zuallererst gemeinsam für ihr Recht auf einen Treffpunkt stark machen. Um aber Probleme zu vermeiden, müssen sie sich um den Müll kümmern, den sie verursachen, und vor allem müssen sie einen produktiven Umgang finden mit dem Konflikt zwischen Ruhebedürfnis der Anrainer_innen und ihrem eigenen Bedürfnis, sich ungestört auszutauschen und gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Aber, egal wie sich die Jugendlichen verhalten, die Entscheidung liegt letzten Endes bei der Gemeinde.
Ob sich der Konflikt entschärft und ob die Jugendlichen die entsprechenden Konsequenzen aus der Aktion ziehen, ist noch unklar. Die rege Teilnahme an der Verschönerungsaktion beweist jedoch, dass ihnen etwas daran liegt, diesen Ort zu erhalten und mitzugestalten. Nun dürfen wir gespannt sein, wie sich die Situation entwickelt. Wir werden die Jugendlichen in diesem Prozess begleiten, damit sie sich ihren Platz im öffentlichen Raum der Stadt sichern können.
Dank geht an die Jugendlichen, an Fresh und Trise von Bigups.at für den Graffiti -Workshop und an das Jugendreferat und den Bauhof für die tatkräftige Unterstützung; denn, wie eine Jugendliche sagte, „Das Affengitter ist das Herz der Siedlung“. Ein buntes Herz soll für die Hoffnung auf ein buntes und tolerantes Miteinander in der Freiheitssiedlung stehen, in dem auch die Jugendlichen als Interessensgruppe Gehör finden.

